Borreliose
Die heimtückische Infektionskrankheit

Rechtzeitiges Erkennen einer Borreliose-Infektion

Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 100.000 bis 200.000 Menschen neu an Borreliose. Da sich die Infektionskrankheit langsam entwickelt, ist eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika wichtig, um spätere Komplikationen zu vermeiden.

Entstehung einer Borreliose

Die Auslöser einer Borreliose sind spiralförmige Bakterien namens Borrelien. Diese Erreger werden meistens durch einen Zeckenstich auf den Menschen oder auch Tiere, wie Pferde und Hunde, übertragen. Doch nicht nur durch Zecken können die Erreger übertragen werden: Auch Stechmücken, Pferdebremsen oder die Laus können selbst infiziert sein und bei einem Stich den Menschen anstecken. Auch der direkte Blutkontakt mit einem infizierten Lebewesen, wie beispielsweise bei einer Bluttransfusion, kann für eine Infektion ausreichen. Die Übertragung von Mutter auf Kind während der Schwangerschaft gilt mittlerweile ebenfalls als gesichert.

 

Symptome einer Borreliose

Sobald die Bakterien in die Blutbahn gelangt sind, breiten sie sich im gesamten Körper aus, zerstören dabei Gewebe und greifen Nerven an. Die Borrelien können sich dabei in fast alle Organe – auch in das Gehirn – ausbreiten und Schäden hinterlassen. Dies erklärt auch die große Spannbreite der möglichen Symptome einer Borreliose:

  • Rötungen und Entzündungen der Haut
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Abgeschlagenheit, anhaltende Müdigkeit und Schwäche
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Muskel- und Nervenschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Geschwollene Gelenke
  • Geschwächter Allgemeinzustand, ähnlich einer Grippe
  • Taubheit
  • Lähmungen
  • Beeinträchtigungen der Konzentration und des Erinnerungsvermögen
  • Änderungen des Wesens
  • Abrupte Stimmungsschwankungen

Diese Symptome können einzeln, aber auch zusammen auftreten, sehr häufig auch schubweise.

 

Erkennen einer Borreliose

Um eine Borreliose erfolgreich behandeln zu können, muss sie zuerst einmal erkannt werden. Sieht man sich die oben genannten Symptome an, fällt auf, dass diese sehr unspezifisch sind und auch leicht anderen Krankheiten zugeordnet werden können. Dies erschwert die eindeutige Diagnose der Borreliose.
Ein sicheres Anzeichen für eine stattgefundene Infektion mit Borrelien ist die sogenannte „Wanderröte“ (Erythema migrans). Diese meist kreisrunde und scharf abgegrenzte Rötung der Haut kann bereits einige Stunden nach dem Stich, aber auch erst nach ein paar Wochen auftreten. Sie kann verschiedene Ausprägungen haben, häufig wird ihr Durchmesser langsam größer und die Mitte etwas blasser. Leider tritt sie aber nur in ca. 50 % der Fälle auf, d.h. auch ohne das Auftreten einer Wanderröte kann eine Infektion stattgefunden haben.
Sollte man von einer Zecke gestochen worden sein, ist es ratsam, die folgenden Wochen aufmerksam auf seinen Körper zu hören. Neben der Wanderröte können erste Anzeichen einer Borreliose auch grippeähnliche Symptome wie allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken oder Kopfschmerzen sein. In Verbindung mit einem vorausgegangenen Zeckenstich sollte bei diesen Symptomen immer auch an eine Infektion mit Borrelien gedacht werden.

 

Akute oder chronische Borreliose?

Der Zeitraum nach einem Zeckenstich und einer damit einhergehenden Wanderröte kann als akute Borreliose oder auch die erste Phase der Krankheit beschrieben werden. Eine 3-4- wöchige Behandlung mit Antibiotika verspricht sehr gute Heilungschancen, so dass die Krankheit schon in der ersten Phase gestoppt werden kann.
Wird die Borreliose jedoch nicht erkannt und somit auch nicht therapiert, beginnt die zweite Phase. Die Erreger haben sich nun im Körper verbreitet und verschiedene Organe befallen. Im Bereich des Nervensystems spricht man von einer sogenannten Neuroborreliose. Die Symptome können Lähmungserscheinungen, z.B. im Gesicht (Fazialisparese) oder auch Sensibilitätsstörungen sein. Neben den Nerven ist oft auch das Herz betroffen. Dies kann sich durch Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen.
Das dritte Stadium wird erst nach mehreren Monaten oder auch Jahren nach der Infektion erreicht. Sehr häufig kommt es zu Gelenkproblemen, der sogenannten Lyme-Arthritis, bei der sich einzelne oder auch mehrere Gelenke entzünden und dadurch anschwellen und schmerzen. Auch kann es zu einer chronischen Borreliose mit Lähmungen aufgrund von chronischen Gehirn- oder Rückenmarksentzündungen kommen. Die Symptome können anhalten aber auch in Schüben auftreten. Eine chronische Borreliose mit ihren Symptomen ist für die Betroffenen oft belastend und führt häufig zu einem Verlust an Lebensqualität. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist daher essentiell wichtig.